Scarletts Rezensionen


Viel Spaß beim Schmökern in meinen Rezensionen. Hier handelt es sich um Bücher, die aus der Feder von Selfpublishern stammen oder von Kleinverlagen verlegt worden sind.

Regeneration Souls-Milleniumskinder
von
Juliane Kopperschmidt

 

…wird gerade gelesen.

4/5

Sohn der Nitribitt
von
James Henry Burson

Inhalt:
Der Roman erzählt die Geschichte der Rosmarie Nitribitt. Nicht nur einer der schillerndsten deutschen Persönlichkeiten der Nachkriegszeit, auch einer der spektakulärsten Kriminalfälle in Deutschland, in der viele Wirtschaftsbosse und hochrangige Politiker verwickelt waren.
Hier wird allerdings nicht der Kriminalfall, sondern ihr Leben erzählt. Rosmarie kommt als uneheliches Kind zur Welt und macht eine Reise durch Waisenhäuser, Pflegeeltern und Erziehungsanstalten bis sie zu der bekanntesten Edelprostituierten in der deutschen Geschichte wird. Hierbei wird die Theorie verfolgt, dass sie ein Kind hat und dieses hier als Autor die Geschichte seiner Mutter erzählt.

Kritik:
Es handelt sich mehr um einen spannenden Roman, als um eine Biografie, da der Autor von den Fakten teilweise ein wenig abrückt und einiges dazu dichtet. Ein paar Dinge waren für mich nicht ganz nachvollziehbar. Der Schreibstil ist zwar sehr einfach, aber gut lesbar. Das Buch hat einen guten Lesefluss, der einen kaum merken lässt, wie schnell man den Roman durchgelesen hat.

Fazit:
Insgesamt ist der Roman spannend und eine kurzweilige Unterhaltung, die ich wirklich empfehlen kann.

4.5/5

Urlaubsschatten und Seifenblasen

von Anna Vaal

Inhalt:
Die Protagonisten Alexander und Katherina lernen sich in einem idyllischen Hotel am See kennen.
Sie haben zwei Wochen Zeit, um festzustellen, ob es nur ein Urlaubsschatten ist und die Romanze wie eine Seifenblase zerplatzt oder ob daraus eine tiefe Beziehung werden kann. Die Tatsache, dass Alexander Asperger- Autist ist, behindert die Entwicklung der Liebesgeschichte.

Kritik:
Die Romanze ist nur der Rahmen für ein ganz anderes Bucherlebnis. Der Roman ist in der Ich- Perspektive geschrieben. Die Handlung ist seicht und nichts Besonderes. Genial macht das Buch die Tatsache, dass man in die Welt der Autisten eintauchen darf. Eine Liebesgeschichte, die man durch die Augen des Autisten Alexander sieht. Mit ein wenig Empathievermögen kann man sich in die Welt dieser besonderen Menschen hineinversetzten und vielleicht sogar nachempfinden, was sie fühlen und denken. Das macht dieses Buch zu etwas Besonderem.
Der Roman hat einen schlichten Schreibstil, der hier aber gewollt ist und auch zu dem Erlebnis beiträgt.

Einzig die vielen wörtlichen Reden, die teilweise seitenlang (Kindle-Version) waren, ohne dass erklärt wurde, wer spricht, unterbricht den Lesefluss. Hierbei musste man sehr konzentriert bleiben, damit man weiß, wer gerade was sagt.

Fazit:
Wer seinen Horizont erweitern möchte und durch die Augen eines Autisten sehen will, für den ist dieses Buch ein wahrer Schatz. Wer einen romantischen und leichten Liebesroman erwartet, wird enttäuscht werden, denn hier geht es um viel mehr!

5/5

Pati von [Speet, Mildred]

                                                       Pati
von Mildreed Speet

Inhalt:

Die Protagonistin Paula hat eine schwere soziale Phobie, deren Ursache in der Kindheit und der Grausamkeit ihrer Mutter liegt. Die Angst vor Menschen treibst sie in die Einsamkeit. Sie lernt den jungen Polizisten Jonas kennen, der sie aus diesem Tief herausholt. Paula macht eine stationäre Therapie und wird auf Medikamente eingestellt, die ihr das Leben erleichtern sollen. Der nette Arbeitskollege entwickelt sich zum psychopatischen Stalker. Das daraus entstehende dramatische Ereignis verändert Paulas Psyche einschneidend. Die Dunkelheit ergreift sie und dies hat Folgen für alle Menschen in ihrem Umfeld.

Kritik:

Die Autorin versteht es vom ersten Satz an den Leser in die Abgründe der Psyche ihrer Protagonistin zu ziehen und das Leid intensiv miterleben zu lassen. Trotz Paulas Veränderungen hofft und leidet man mit ihr und stellt die eigenen Werte in Frage. Gut und Böse vermischen sich hier auf eine diabolische Weise, die den Leser gefangen nimmt.
Dieses Werk zieht einen bis zum letzten Wort in den Bann.

Ein großartiges Buch von einer begnadeten Schriftstellerin, die sich nicht hinter den großen Namen der Psychothrillerszene verstecken muss. Hoffentlich bereichert sie mit noch vielen weiteren Werken die Buchwelt.

5/5

Curare
von Thorsten Klein

Inhalt:
Der Autor ist im Internet auf eine Datei Namens Mindscript gestoßen. Daraufhin erscheint ein holografisches Tagebuch in Form von einem gewissen Richard Kummer auf seiner Tastatur, um Thorsten Klein darum zu bitten, seine Biografie und vor allen Dingen die Geschichte der Welt „Psyche“ niederzuschreiben.
Was „Psyche“ ist, kommt nicht wirklich raus. Ein Computerspiel, ein geistiges Gefängnis oder doch, wie es für mich schien, eine Welt, die fast identisch ist mit der unseren. Unsere Erde ist schon ein paar tausend Jahre weiter und die Menschen haben sich gottgleich entwickelt. Jung, schön und das ewige Leben.
Jeder Mensch, der sich in irgendeiner Form entwickeln muss, wird nach „Psyche“ geschickt. „Psyche“ gleicht der Erde kurz, während und nach dem ersten Weltkrieg. Die Menschen von der Erde leiten die Geschicke der Politik, der Revolution und die Entwicklung der Bewohner von „Psyche“, um die Psychaner in eine bessere Zukunft zu führen. Dabei finden man viele geschichtliche Ereignisse aus unserer eigenen Vergangenheit. Wie erfolgreich sie in der Änderung der Geschichte sind, ist in einem Zitat von dem Autor selbst am besten beschrieben:

„Geschichte kennt nur eine Richtung, die richtige. Weicht man von dieser ab, heilt sich die Geschichte selbst. Du würdest bestimmte Prozesse nur aufhalten oder anders ablaufen lassen, aber nie umkehren oder umlenken. Sie strebt immer zum gleichen Ziel.“

Aber es geht nicht nur um die Geschicke von Psyche, sondern vor allem auch um die Erdenbewohner, die hier Vollbürger genannt werden. Ihre Schicksale und ihre Heldengeschichten berühren.

 Kritik:
Das Buch hat einen sehr schönen Schreibstil, nur manchmal stören darin umgangssprachliche Wörter den Lesefluss.
Die Handlung ist spannend geschrieben und die Protagonisten führen einen sehr gut durch die Geschichte.
Das Buch besteht aus viel wörtlicher Rede, was die Geschichte sehr lebendig macht. Allerdings bei einer Seite Dialog, wäre es hilfreich, wenn zwischendurch erklärt würde, wer spricht.

Eine Spitzenleistung mit kleinen Abstrichen!

Dieses Buch ist für Leser, die sich für Politik, Krieg und Revolutionen interessieren, besonders die des 1. Weltkrieges.
Die Verflechtungen der vielen Protagonisten, die geschichtlichen Ereignisse und politischen Strukturen machen das Buch zu einem grandiosen Werk und hat meine Hochachtung für die Arbeit und die Recherchen, die dahinterstecken.

4/5

Mein Name ist René
von René Reichenberger

Inhalt:

Das autobiografische Werk des Schweizers beginnt kurz mit seiner Kindheit, geht aber schnell in die Pubertät über. Diese ist geprägt von der Hippieszene mit viel Hasch und LSD.

Auf dem Weg das beste Hasch zu finden, erlebt der Protagonist viele aufregende Abenteuer in fernen und damals noch fast von Tourismus unberührten Ländern.

Auch seine berufliche Karriere wirkt hier wie eine abenteuerliche Reise durch alle Schichten der Gesellschaft. Irgendwann wendet sich das Blatt und aus der Suche nach dem besten Trip wird eine Suche nach dem Sinn des Lebens und dem eigenen Ich.

Kritik:

Das Buch ist sehr umgangssprachlich geschrieben, wobei das hier für diese Geschichte und für den Lesefluss durchaus passend ist. Die vielen dialektalen Begriffe werden als Fußnote erklärt. Hier kommt man schon ein wenig aus dem Lesefluss heraus. Diese sollten vielleicht besser am Ende der Seite erklärt werden und nicht am Ende des Buches. Aber vielleicht ist das bei der gedruckten Version anders.

Wer Interesse an einem abenteuerlichen und wilden Leben eines Mannes hat, der die Hippiezeit in vollen Zügen genossen hat, sich keinen Konventionen beugen und alles ausprobieren wollte, ist hier gut beraten.
Die Abenteuer sind auch für Menschen wie mich, die den Drogenkonsum nicht für gut erachten, äußerst spannend und lassen einen in des Autors Welt und Abenteuer eintauchen.

Wirklich spannend für alle Erwachsene, die mehr vom wahren, wilden Leben erfahren wollen.

3/5

Liebe und noch viel Meer
von Nora Pflug

Inhalt:
Mia, ein junge Theaterstückautorin, kämpft sich von ihrer Vergangenheit und verlorenen Liebe frei. Auf dem Weg dorthin hat sie ein kurzes Abenteuer mit ihrem besten Freund, der sich zu einem bedrohlichen Stalker entwickelt. Sie verliebt sich dann in einen berühmten Pianisten. Ob die Beiden sich bekommen… so viel will ich nicht verraten.

Kritik:
Der Autorin gelingt es einen in die Künstlerszene zu entführen. Auch wenn die Handlung in Deutschland spielt, fühlt man sich auf den Montmartre in Paris versetzt. Die erste Hälfte des Buch ist geprägt von Spannung, Erotik und Romantik. Manchmal versteht man die Reaktionen der Protagonistin nicht wirklich, aber das ist natürlich die schöpferische Freiheit der Autorin.
Die zweite Hälfte des Buches hatte mir zu wenig Handlung und ein wenig zu seicht. Auch die Geschichte rund um den Stalker, hätte ich mir gewünscht, wäre dort mehr mit eingebunden und zu Ende gebracht worden und nicht nur im Nachwort erwähnt.

Das Buch als gesamtes ist eine nette Urlaubslektüre, die den Leser für ein paar Stunden in die erotische Künstlerwelt entführt.

 
 
5/5

Die Schwerben des Schicksals
Die Suche
von Alena N. Beek

 

Inhalt:
5 Kinder, 5 Gesellschaftsschichten, 5 Schicksale aus 5 verschiedenen Ländern!
Die kleine Gruppe wird in eine Parallelwelt gezogen, in der alle Wesen, die wir aus Fabeln und Legenden kennen, leben. Nur durch das Finden und Zusammensetzen bestimmter magischer Scherben können sie gemeinsam diese Fantasiewelt retten.

Kritik:
Eine Geschichte, die nur so sprüht von Fantasie und Spannung. Der Leser wird in die bunte und kreative Welt gezogen, in der 5 Kinder verschiedenster Herkunft und Religion ihre eigenen Dogmen überwinden und gemeinsam ihr größtes Abenteuer bestehen und dies macht einfach nur Spaß und Lust auf mehr!

Die Scherben des Schicksals
Die Entscheidung
von Alena N. Beek

„Die unendliche Geschichte“ meets Brelor und seine Trolle!

Inhalt:
Der zweite Teil der „Scherben des Schicksals“ beginnt mit der Suche der fünf doch sehr verschiedenen Freunde nach den letzten Teilen der Sternscherben, die notwendig sind, um Nirma vor der allumfassenden Dunkelheit zu retten.

Kritik:
Das Buch lebt von seiner vielfältigen Welt. Seit dem Buch „Die unendlichen Geschichte“ habe ich nicht mehr so viele Fantasy Wesen und so reichlich ausgeschmückte fantastische Szenerien erlebt.
Auch die selbstlose Freundschaft der fünf Kinder, die aus fünf verschiedenen Gesellschaftsschichten und Kulturen stammen, lassen die Geschichte zu etwas besonderen werden.

Persönliche Anmerkung:
Eigentlich würde ich das Buch in die Kategorie Kinder- Jugendbuch einordnen. Aber in dem Showdown waren die Kampfszenen zu sehr ausgeschmückt. Dies würde ich kleineren Kindern nicht empfehlen.
Aber auch Erwachsene, die sich immer noch wehren ihre Kindheit ganz loszulassen, werden hier ihre Freude haben.

Absolut empfehlenswert!

5/5

Das wiedergeborene Kind
von Martina Siems-Dahle

Inhalt:
Erzählt wird die Geschichte von 6 Familien eines Mehrparteienhauses.
Zwei Protagonisten haben schwerwiegende psychologische Probleme, die aus frühester Jugend stammen und in der Geschichte, die im Präsens geschrieben ist, die Handlung bestimmen.

Erzählt wird, was während des „Unglücks“ in den 6 Wohnungen geschieht und trifft auf menschliche Schwächen und Abgründe.

Kritik:
Das Buch beginnt als psychotischer Gesellschaftsroman mit mehr oder weniger sympathischen Menschen. Dieser entwickelt sich zunehmend zu einem äußerst spannenden Thriller, so dass ich, obwohl ich mich nur kurz reinlesen wollte, das Buch verschlungen habe.
Das Buch ist nichts für zarte Seelen. Die Handlungen sind zutiefst erschütternd und zugleich fesselnd. Die Autorin versteht es, so mit Rhetorik umzugehen, dass man mitten im Geschehen ist und zeichnet unglaubliche Bilder im Kopf.

Fazit:
Meines Erachtens ein sehr spannendes Buch (wahrscheinlich das spannendste, was ich in letzter Zeit gelesen habe), dem ich eine unbedingte Leseempfehlung ausspreche!

4.5/5

Moschberg
von Asra

Ein etwas anderer Comic

Astrid Raimann schafft es, auf dem etwa 30 Doppelseiten umfassenden, voll illustrierten Comic ganz ohne Superhelden eine realitätsnahe Welt aufzuzeigen, in der der Mensch Lebensqualität und das Miteinander vor Macht und individuelle  Bereicherung setzt. Das Protagonisten-Paar führt dabei – durchaus nicht ohne Konflikte – durch wechselnde Szenarien, von großstädtischem Moloch bis zur verträumten Natur der Eiffel.

Die Botschaft wird dabei nicht mit dem Vorschlaghammer eingetrieben und kommt dennoch klar rüber.

Sehr deutlich wird auch an den – oft fotografisch anmutenden – Zeichnungen die offensichtliche Liebe der Autorin zur Region.

Lesenswert!

4/5

Kriegerstock
von Asra

Der Protagonist Ernst Raimann wird in diesem Comic von seinem Enkel gepflegt. In dem Wechselspiel von Gegenwart, Erzählungen aus seiner harten Jugend und den Erlebnissen aus dem 2. Weltkrieg wird eine anrührige und gefühlsbetonte Geschichte erzählt. Untermalt wird der Comic mit schwarzweißen, ausdruckstarken Zeichnungen.

Die Dialoge und Texte sind so geschrieben, wie ein sehr alter und dementer Mensch spricht. Dadurch fühlt man sich ganz in diese Situation hineinversetzt. Leider wiederholen sich die Sätze aber meines Erachtens zu oft, so dass man beim Lesen schnell abschweift.

Ein rundum gelungener, stiller und bewegender Comic. Ein Einblick in eine abwechslungsreiche und bewegte Lebensgeschichte zum Nachdenken.